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Goal 14 im Fokus: Was der Klimawandel mit unseren Gewässern macht

Dr. Bernhard Gum zeigte bei der ITBO, wie Klimawandel, invasive Arten und Umweltbelastungen unsere Gewässer verändern. Der Vortrag machte deutlich: Gewässerschutz beginnt mit Wissen, Aufmerksamkeit und gemeinsamem Handeln.

Klimawandel und Biodiversitätskrise – ein Blick unter Wasser

Die IT des Bezirks Oberbayern, kurz ITBO, leistet einen weiteren konkreten Beitrag zu den Sustainable Development Goals des UN Global Compact. Diesmal stand Goal 14: Leben unter Wasser im Mittelpunkt.

Am Mittwoch, 24. Juni 2026, lud Alexander Untergehrer, Bereichsleiter Solutions Government, zu einem hybriden Fachvortrag in die ITBO ein. Rund 30 Mitarbeitende nahmen vor Ort im Raum Ada Lovelace und online via Teams teil.

Referent war Dr. Bernhard Gum, Leiter der Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberbayern.

Sein Thema: "Klimawandel und Biodiversitätskrise – ein Blick unter Wasser"

Dr. Gum machte deutlich, dass viele Veränderungen nicht mehr abstrakt sind, sondern bereits konkret in unserer Region beobachtet werden können.

Klimawandel trifft Gewässer

Dr. Gum zeigte eindrucksvoll, wie sich Trockenheit, Hitze, Starkregen und Hochwasser auf regionale Gewässer auswirken. Hinzu kommen weitere Belastungen wie gestörte Stoffkreisläufe, PFAS, Mikroplastik und gebietsfremde Arten.

Anhand von Daten und Praxisbeispielen aus der Fischereifachberatung wurde deutlich: Die Veränderungen sind längst sichtbar. In Bayern ist die Temperatur in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen, Extremwetterlagen nehmen zu. Beispiele wie der Eglsee bei Seeon zeigen, wie schnell Gewässer austrocknen können – mit Folgen für Amphibien und viele weitere Arten.

Invasive Arten und neue Herausforderungen

Ein Schwerpunkt lag auf invasiven Arten. Dr. Gum berichtete unter anderem von Muschelarten, die sich stark vermehren, Nahrungsketten verändern und technische Anlagen wie Rohrleitungen verstopfen können. Auch die Blaukrabbe in der Adria und der amerikanische Signalkrebs zeigen, wie stark gebietsfremde Arten Ökosysteme beeinflussen.

Besonders eindrücklich war das Beispiel des amerikanischen Signalkrebses: Er überträgt eine Pilzinfektion, die für heimische Edelkrebse tödlich ist. Inzwischen hat er große Teile der Fließgewässer in Oberbayern besiedelt.

Die Anwesenden verfolgten den Vortrag sehr aufmerksam und zeigten sich teilweise betroffen über die Entwicklung der Gewässer.

Weitere Infos finden Sie auf unserer Infografik: 
Was passiert gerade in Bayerns Gewässern?

 

Schutz braucht Wissen und frühes Handeln

Vorgestellt wurden auch Schutzmaßnahmen und Monitoring-Projekte, etwa Krebssperren aus Edelstahl in Quellgebieten oder Kooperationen mit der LMU München. Der Vortrag machte klar: Je früher invasive Arten erkannt werden, desto besser können Gewässer und heimische Bestände geschützt werden.

Auch trotz verbesserter Wasserqualität entstehen neue ökologische Herausforderungen, etwa Blaualgenblüten in Gewässern. Umso wichtiger sind Zusammenarbeit, Forschung und regelmäßiger Austausch mit Institutionen wie dem Institut für Fischerei, dem Bayerischen Landesamt für Umwelt und weiteren Fachstellen.

Zum Abschluss lud Dr. Gum zum weiteren Austausch und zur Besichtigung der Fischereifachberatung ein.

 

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Der Vortrag zeigte eindrucksvoll, wie eng Klimawandel, Biodiversität, Gewässerschutz und unser Alltag miteinander verbunden sind. Für die ITBO ist die Beschäftigung mit Goal 14 ein weiterer Schritt, Nachhaltigkeit sichtbar zu machen. Denn gemeinsam gestalten wir nicht nur die IT von morgen – wir übernehmen auch Verantwortung für die Welt, in der diese Zukunft entsteht.

Gertrud Engstle | 01.07.2026
#Karriere #Nachhaltigkeit

Bildquellen: ITBO, KI-generiert mit ChatGPT, Pixabay